Leckerlitschen

Kleiner Shop große Preise?

Findest du die Preise in kleinen Shops, wie vielleicht auch meinem, zu teuer? Dann lass uns heute doch mal durch gehen wie die Preise zustande kommen.

Ehrlich währt am längsten

Ich bin mir sicher es waren schon viele Leute auf meiner Seite und dachten sich dann "So viel Geld für dieses Produkt? Das ist mir zu teuer"  oder "Dann kaufe ich woanders".

Und ich gebe offen zu - günstig ist anders, aber ich gebe euch einen Einblick welche Kosten sich so ansammel und dann könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr ein Produkt günstiger anbieten würdet.

Man muss immer bedenken, dass ein kleiner Shop nicht in Massen kauft und nicht im Ausland produziert. Er muss alles allein managen, vom Einkauf, über die Herstellung bis zum Versand, von der Buchhaltung ganz zu schweigen. Da fallen sicher so einige Minuten bis Stunden hinten runter die man an irgendeiner Stelle ebenfalls mit einberechnen sollte.
Natürlich breche ich das auf meine Nische runter, kommt jemand aus einer anderen Branche muss er andere Faktoren mit einbeziehen.
Legen wir mal los...

Materialkosten

Woran jeder denkt

Stoff, Etiketten, Ösen, Knöpfe, Karabiner,
Versand - Porto

Was man schnell vergisst

Faden, Strom, Kleber, Verschnitt/Reste, Versandkosten beim Einkauf,
zusätzliche Kosten beim Versand an den Kunden: Paketband, Brief, Rechnungspapier, Tinte

Werbekosten

Beispiel: Werbung auf Google, Social Media, Visitenkarten, Flyer.
Gibt im Monat 10 € dafür aus, sollte man bei 10 verkauften Produkten 1 € pro Produkt draufschlagen.

Arbeitsmittel

Die müssen erstmal angeschafft werden.
Neben der Nähmaschine brauche ich noch Schere/ Rollschneider, selbstheilende Matte, Lineale, Stoffstifte/Kreide.
Außerdem auch einen PC, Drucker, Lichtboxen, Aufbewahrungsbehälter und was auch immer man zum Beispiel für die Präsentation noch benötigt.

Hier muss man natürlich abwägen inwiefern das auf den Kunden umlegt werden kann, doch das sind Anschaffungen die durch das Geschäft irgendwann abgezahlt werden sollten.

Nebenkosten

Man benötigt eine Betriebshaftpflicht, Verpacnugslizenz, Beiträge an die IHK und je nach Geschäft einiges mehr.
Außerdem muss man auch Gebühren zahlen, wenn man seine Produkte in größeren Shops einstellen will wie Etsy, Ebay, Amazon oder auch Überweisungsgebühren an Paypal zahlen muss.

Arbeitszeiten

Der Mindestlohn liegt aktuell bei 9,35 €. Will man dafür arbeiten?
Ein ordentlicher Ansatz wäre 15 - 20 € pro Stunde, doch natürlich legt jeder selbst fest wie viel seine Arbeit wert ist.
Folgende Arbeiten sollte man da hinein zählen:

Woran man immer denkt

Das Nähen.

Was man schnell vergisst

Produkt fotografieren, Produktbeschreibung erstellen und im Shop einstellen, Kundenfragen beantworten, Verpacken, zur Post bringen, Recherchen für neue Produkte betreiben und Probeprodukte herstellen (deren Materialkosten mal weit hinten angestellt).

Risikoaufschlag

Der sollte tatsächlich 15% pro Produkt betragen, doch für was?
Zum Beispiel für Extrakosten wie Reklamationen, Materialfehler oder Lieferverluste. 

Jetzt kommt endlich der Gewinn

Der kann von Produkt zu Produkt variieren, mit einem macht man vielleicht nur 15%, bei einem anderen 50% Gewinn.

Mehrwertsteuer?

Ich mache von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch und habe da einen kleinen Vorteil Produkte dadurch etwas günstiger anbieten zu können, größere Unternehmen müssen auch da nochmal draufschlagen.

Fazit

Bei wie vielen Punkten musstest du dir jetzt selbst sagen "stimmt eigentlich, hätte ich vergessen"?
Welche Punkte findest du unnötig und sagst, dass du sie als Unternehmen allein tragen und nicht über den Käufer abwiegeln würdest?

Sprechen wir doch mal von einem Produkt, dass allein vom Material (siehe oben bei den Materialkosten - alle inklusive) 10 Euro kostet - für wie viel Euro würdet ihr es anbieten?
Kommt gern auf meinem Instagram-Kanal @paw_mate vorbei und verratet es mir, in einer persönlichen Nachricht oder unter meinem dazugehörigem Beitrag.

Herzkarabiner

Ein kleiner Abschluss von mir persönlich 

Sicher kann man bei größeren Ketten günstiger kaufen, doch seit ich selbst nähe schaue ich anders auf solche Sachen und bin schockiert wie schlecht sie häufig verarbeitet sind. Doch man achtet schlichtweg nicht mehr darauf, weil Markennamen drauf steht und das für uns schon allein für Qualität bürgt.

Ein kleines Label wie meines, kann sich solche Preise nicht leisten. 
Aber eins kann ich versprechen: jedes Produkt ist ein Unikat. Es wird von jedem Artikel nur begrenzte Stückzahlen geben bevor ich ein Produkt ändere oder es ganz aus dem Shop nehme. Ich mache mir viele Gedanken, von der Herstellung bis zum Preis, um ihn für euch möglichst attraktiv zu gestalten und doch für mich selbst zufrieden zu sein.
In jeder Naht und in jedem Knopf steckt Liebe.

Selbstverständlich ist diese Auflistung nicht abschließend und nur eine kleine Richtlinie. Umso größer ein Unternehmen wird, desto mehr gibt es zu beachten. Jede Firma ist individuell.
Ich möchte mich mit diesem Artikel überhaupt nicht für meine Preise rechtfertigen, sondern vielmehr das Bewusstsein schärfen, was eigentlich alles dahinte steckt.